Zentrum für den Bewegungsapparat
Heilig-Geist Hospital Bensheim
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Infiltrationstherapie im Zentrum für Wirbelsäulenchirurgie Bensheim

In der Behandlung unserer Patienten mit Rückenschmerzen bleibt eine Operation stets das letzte Mittel der Wahl. In einigen Fällen kann eine Infiltrationstherapie bereits eine Operation verhindern, oder zumindest zeitlich etwas verzögern. Bei der Infiltration wird meist ein Gemisch aus einem lokal wirkenden Betäubungsmittel und einem Entzündungshemmer dorthin gespritzt, wo der Schmerz entsteht. Irritationen und Entzündungen werden so gehemmt und Rückenschmerzen reduziert. Die Infiltrationstherapie ist für uns ein wichtiges Instrument zur Schmerztherapie, zur Vermeidung einer Operation sowie falls nötig zur Auswahl der geeigneten Operation.

Bei der Facetteninfiltration wird eine Wurzelblockade durchgeführt. Diese findet unter Röntgenkontrolle statt, weshalb bei Patientinnen eine Schwangerschaft ausgeschlossen sein muss.

Termine erhalten Sie nach telefonischer Vereinbarung und mit Facharztüberweisung eines Orthopäden, Neurologen, Neurochirurgen oder Chirurgen. Bei Notfällen stehen wir Ihnen aber natürlich auch rund um die Uhr in unserer Zentralen Notaufnahme zur Verfügung.

Ablauf der Infiltrationstherapie:

Wenn Sie bei uns einen Termin zur Infiltrationstherapie haben ziehen Sie am besten bequeme Kleidung an, mit welcher Sie sich ggf. ohne Probleme auf den Bauch drehen und ggf. den Rücken freimachen können. 

Die Facetteninfiltration wird in unserem Haus ambulant durchgeführt. Ein längerer Aufenthalt ist nicht nötig. Nach der Infiltration verweilen Sie für ca. 30 Minuten in unserer Ambulanz. Für den weiteren Verlauf ist es für uns wichtig zu wissen, wie sich die Beschwerden direkt nach den ca. 30 min entwickelt haben. Wieviel Besserung wurde erreicht? Strahlen die Schmerzen weiterhin aus? Besteht ein Gefühlsveränderung (Wärme, Kribbeln, Taubheit) wenn ja, wo? Nach Abklärung dieser Fragen dürfen Sie nach Hause gehen.

Bei einer Wurzelblockade kann ein Taubheitsgefühl (ggf. Muskelschwäche) von bis zu 6h auftreten. Dies ist normal und klingt im Verlauf ab. Es ist daher erforderlich, dass Sie nach der Infiltration abgeholt werden (z.B. Ehepartner, Freunde), da Sie selbst nicht am Straßenverkehr teilnehmen können und evtl. Hilfe beim Gehen benötigen. Vorsicht: Sturzgefahr!

Sie sollten daher nach der Wurzelblockade:

  • Erst wieder am Straßenverkehr teilnehmen, wenn sie voll belastbar sind.
  • Keine Maschinen mit Verletzungsgefahr für sich und andere bedienen.
  • Falls Sie Medikamente mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure einnehmen z.B. ASS 100, dürfen Sie diese weiterhin einnehmen.
  • Falls Sie regelmäßig Medikamente zur Blutverdünnung einnehmen müssen (z.B. Marcumar, Plavix, Xarelto, Eliquis, Pradaxa usw.) kann es notwendig werden die weitere Einnahme zu pausieren oder eine überbrückende Therapie mit einem alternativen Medikament (z.B. Heparin) einzuleiten. Dies geschieht in Rücksprache mit unserer Abteilung und Ihrem Hausarzt. Es kann daher notwendig werden im Vorfeld nochmals Ihren Hausarzt aufzusuchen.
  • Durch die Cortisongabe kann es bei Diabetikern zu einem Anstieg des Blutzuckers kommen. Bitte messen Sie daher am Infiltrations– und Folgetag ihren Blutzucker etwas öfter als gewohnt, damit Sie ggf. die Medikamentendosis anpassen können. Im Falle von Entzündungszeichen an der Infiltrationsstelle (z.B. Rötung, Schwellung, Schmerz, Überwärmung) stellen Sie sich bitte erneut bei uns vor.

 

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