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Neues aus dem Kontinenz- und Beckenbodenzentrum

Heilig-Geist Hospital Bensheim, 11.05.2021

Heilig-Geist Hospital erweitert interdisziplinäres Zentrum zur Behandlung von Harn- und Stuhlinkontinenz sowie Beckenbodenbeschwerden

Gerade einen Monat ist es her, dass die gynäkologische Abteilung am Heilig-Geist Hospital um die neuen Chefärztinnen Dr. med. Ratiba Ritter und Dr. med. Bea Wiedemann zu einer neuen Hauptabteilung erweitert wurde. Nun wurde die neue Abteilung bereits kurze Zeit später zum Mitglied des interdisziplinären Kontinenz- und Beckenbodenzentrums. Neben den beiden gynäkologischen Chefärztinnen, die darüber hinaus gynäkologische Unterstützung von den Belegärzten Dr. med. Mathias Wiemers und Peter Ludwig erhalten, bilden Priv.-Doz. Dr. med. Daniel Pfalzgraf, Chefarzt der Urologie, sowie Dr. med. Jens Jonescheit, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie, die führenden Köpfe des Zentrums. Weitere Unterstützung erhält das Kontinenz- und Beckenbodenzentrum darüber hinaus aus den Bereichen der Gastroenterologie, der Schmerztherapie, der Proktologie sowie der Physiotherapie. Damit konnte am Standort Bensheim das umfangreichste Zentrum zur Behandlung von Kontinenz- und Beckenbodenbeschwerden im Kreis Bergstraße begründet werden. Das Heilig-Geist Hospital verfügt bereits über die Auszeichnung als Beratungsstelle der Deutschen Kontinenz Gesellschaft und jetzt mit Frau Dr. Ritter über eine ABUG II Zertifizierung, eine Auszeichnung der Arbeitsgemeinschaft für Urogynäkologie und plastische Beckenbodenrekonstruktion, für Fachärzte und Fachärztinnen mit besonderer Zusatzqualifikation.
 

Harn-Inkontinenz und Descensus bei der Frau

Die Diagnose erfolgt in der Regel über die gynäkologische Untersuchung und einen speziellen Beckenboden-Ultraschall (Pelvic floor Sonographie). Eine urodynamische Abklärung, bei der letzten Endes der Blasendruck gemessen und so die Funktion der Harnblase überprüft wird, ist in Einzelfällen zur Differenzierung der Inkontinenz notwendig. Eine Behandlung kann operativ durch die Verwendung von körpereigenem Material oder das Einsetzen eines Bandes aus Kunststoff erfolgen, das unter die Harnröhre gelegt wird (TOT/TVT-Band). Darüber hinaus besteht im Heilig-Geist Hospital die Möglichkeit zur Durchführung offener Verfahren der Kontinenzherstellung bis hin zum künstlichen Schließmuskel – auch eine Botoxinjektion oder die Implantation eines Blasenschrittmachers kann bei einer Harninkontinenz zum Erfolg führen. Und auch im Bereich der Beckenbodensenkungen können im HGH künftig nahezu alle operativen Methoden mit und ohne Fremdmaterial zur Behandlung eines Beckenbodenvorfalls angeboten werden.
 

Harn-Inkontinenz des Mannes

Die Harninkontinenz beim Mann tritt unter anderem nach Prostataoperationen auf. In vielen Fällen kann durch konsequentes Beckenbodentraining eine deutliche Verbesserung erzielt werden. Wie bei der Frau besteht auch bei Männern grundsätzlich die Möglichkeit der Implantation eins Kontinenzbandes. Schwere Formen der Harninkontinenz beim Mann werden im Heilig-Geist Hospital unter anderem durch die Implantation eines künstlichen Schließmuskels behandelt, der die Funktion eines gesunden Schließmuskels imitiert, die Harnröhre geschlossen hält und sich nur auf Wunsch öffnet und so ein gezieltes Urinieren ermöglicht.
 

Stuhlinkontinenz

Da die kontrollierte Ausscheidung von Stuhl ein komplexer Vorgang ist, an dem viele Faktoren beteiligt sind, können ganz unterschiedliche Störungen in diesem Ablauf Ursache für eine Stuhlinkontinenz sein. In Frage kommen muskuläre Störungen, neurologische Störungen, sensorische Störungen der Schleimhaut sowie Störungen der rektalen Speicherfunktion. Ebenso wie die Ursachen sind auch die Behandlungsmöglichkeiten breit gefächert. Sie reichen von einer Ernährungsumstellung und Beckenbodentraining, über Elektrostimulationen bis hin zu operativen Lösungen wie einem Schrittmacher oder einem künstlichen Schließmuskel.
 

Geschäftsführer Frank Löscher freut sich über den Ausbau des Zentrums am Heilig-Geist Hospital: „Das Thema Inkontinenz betrifft fast jede vierte Person in Deutschland. Wir sind stolz darauf, der Bergsträßer Bevölkerung bei diesem wichtigen und sensiblen Thema eine interdisziplinäre Anlaufstelle bieten zu können, an der für jegliche Varianten des Krankheitsbildes eine individuelle auf den Patienten zugeschnittene Lösung gefunden werden kann.“