Probleme beim Wasserlassen wegen einer verengten Harnröhre?

Die schlauchförmige Harnröhre beginnt am unteren Ende der Harnblase und endet bei Männern an der Penisspitze, bei Frauen im Scheidenvorhof. Hauptaufgabe ist die Ausleitung des Urins aus der Harnblase.

Methoden zur Behandlung von Harnröhrenverengungen

Ein Behandlungsschwerpunkt unseres Hauses ist die Behandlung von Verengungen der Harnröhre, den sogenannten Harnröhrenstrikturen. 

Harnröhrenverengungen (Harnröhrenstrikturen) zeigen sich unter anderem durch einen schwachen Harnstrahl oder gehäufte Harnwegsinfekte.

Bei einer Striktur sind verschiedene operative Behandlungswege in unserem Haus möglich:

  • Endoskopische Harnröhrenschlitzung: Hierbei handelt es sich um einen minimal-invasiven Eingriff, bei dem der natürlich Zugang zur Harnröhre gewählt wird. Ein Schnitt in die Haut ist nicht nötig, weshalb die Behandlungsmethode für den Patienten äußerst schonend ist. Die Harnröhre wird durch einen kleinen Schlitz  erweitert. Nicht immer allerdings ist der Erfolg der OP langfristig, da sich das die Verengung verursachende Narbenfeld durch die Schlitzung weiter ausweiten kann. Deshalb sollte die endoskopische Harnröhrenschlitzung nur in bestimmten Fällen angewendet werden.
  • Harnröhrenerweiterung mit freiem Transplantat: Bei Verengungen über eine größere Strecke kann die Harnröhre mithilfe eines freien Implantats erweitert werden. Hierzu wird die Harnröhre mit einem anderen Gewebe aus dem eigenen Körper (z. B. Mundschleimhaut) erweitert.
  • End-zu-End-Anastomose, Erweiterungsplastik: Das vernarbte Teilstück der Harnröhre wird operativ entfernt. Hiernach werden die beiden daraus resultierenden offenen Enden der Harnröhre durch eine Naht wieder miteinander verbunden.
  • Meatusplastik: Die Meatusplastik - die Behandlung von Strikturen an der Harnröhrenmündung – erfolgt je nach Befund z. B. mit Hilfe von Mundschleimhaut oder Vorhaut.
  • Perineale Urethrostomie: Diese Behandlungsform wird nur recht selten verwendet und zwar dann, wenn andere Operationsmöglichkeiten zu keinem Erfolg geführt haben, oder eine extreme Verengung über den gesamten Bereich der Harnröhre vorliegt. Bei der perinealen Urethrostomie (oder „Boutonniere“) wird der Harnröhrenausgang des Patienten chirurgisch in den Bereich zwischen After und Hodensack verlagert.